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Reisetagebuch Ghana Februar 2026 4/6

  • 2. Apr.
  • 4 Min. Lesezeit


EWIA-CEO Ralph Schneider ist derzeit mit Mitarbeiter Jonathan Baumann in Ghana unterwegs. Wie sich ihr Tag gestaltet, wen sie wo wann warum treffen, lest ihr hier. 

  

Tag 11: 19. Februar, Donnerstag – Fahrt nach Kumasi 

This is Africa, zweiter Teil. Wir wollen heute bereits um 08.00 Uhr nach Kumasi, der Hauptstadt der Ashanti-Region, aufbrechen. Deshalb haben wir unsere Haushälterin Naomi gebeten, doch bitte das Frühstück für 7:30 Uhr vorzubereiten. Naomi ist auch tatsächlich schon sehr früh da. Aber als wir um 07:30 Uhr frühstücken wollen, sieht sie das wohl erst als Startschuss dafür, dass man jetzt das Frühstück herrichten könnte. Entsprechend finden die Eier, Toast etc. erst um kurz vor 08:00 Uhr den Weg auf den Tisch. Jedoch ist dies nicht weiter tragisch, da mir unser Ghana-Geschäftsführer Nana so gegen 08:10 eine Nachricht schreibt: „I am on my way“. Immerhin können wir dann ca. 08:50 Uhr starten. Für Afrika sehr pünktlich. 


Coffee, anyone?

Der Weg nach Kumasi zieht sich. Die Strecke wird immer mit 4-5 Stunden angegeben, aber unter 6-6,5 Stunden ist sie realistisch nicht zu bewältigen. Traditionell legt man in Linda Dor, einer großen Raststätte an der Überlandstraße, eine Pause ein. Statt Snacks zu kaufen, wollten wir schnell im Restaurant etwas essen. Die Bedienungen waren anscheinend dem Ansturm von vier Kunden nicht gewachsen. Es benötigt lange Diskussionen, um ein paar Cornflakes, etwas Brot und Ei zu bekommen. Meinen Wunsch nach Kaffee versuchte man mehrmals abzuwürgen. Der Kellner sah schnieke aus und auch mit seiner runden Brille recht intellektuell. Dennoch war ich mir nicht sicher, ob er uns wirklich verstanden hat und was er wirklich notiert hat. Die Hoffnung auf Kaffee habe ich aufgegeben. Nach 45 Minuten kommt der junge Mann jedoch auf mich zu und sagt mir, dass die Kaffeemaschine auf der anderen Seite des Raumes steht und ich lediglich auf einen Knopf zu drücken habe, um ihn zu bekommen. Ich möge ihn doch begleiten.


Stippvisite bei der Christian Service University

Die Straße ist nach wie vor katastrophal. Wir haben immer wieder Abschnitte, wo es fast nur im Schritttempo vorangeht. Erst um 16:10 Uhr erreichen wir Kumasi und treffen beim Kunden Christian Service University (CSU) ein. Ein etwa einstündiges Gespräch mit dem Vice Chancellor und zwei seiner Mitarbeiter folgen. Wie immer geht es darum, dass man nochmals versucht, an einigen Vertragspunkten nachzuverhandeln. Trotz unterschiedlicher Auffassungen können wir die Stimmung zum Schluss positiv gestalten.



Modernes Hotel mit Tücken

Gegen 18:00 Uhr erreichen wir unser Hotel Condas de la Chichi. Ein von außen wie innen betrachtet recht modernes Hotel. Von einem Inder geführt. Unsere vier Zimmer verteilen sie über vier verschiedene Häuser. Wir üblich gibt es die ganz normalen Herausforderungen. Die Bedienung der Klimaanlage fehlt. Der Fernseher ist so groß wie eine Kinoleinwand, aber leider nur mit schwachem Internet ausgestaltet. Die Türen zum Bad etc. bekommt man nicht geschlossen, da sie verzogen sind. Der Wasserhahn ist im Dauertropfmodus. Dennoch wirkt das Zimmer recht modern eingerichtet.


Unser Abendessen nehmen wir im Hotel im dritten Stock ein. Nachdem verschiedene Getränkewünsche gescheitert sind, wähle ich ein Bier.

 

Tag 12: 20. Februar, Freitag – Kumasi 

Kumasi ist mörderisch heiß. Teilweise erreichen wir Temperaturen von über 36 Grad. Ohne Klimaanlage zu schlafen, ist unmöglich. Die Nacht war nur mäßig erholsam. Nachts um vier werde ich wach. Es ist laut, ständig lärmen irgendwelche Geräte. Gegen 08:30 Uhr treffe ich mit Jonathan beim Frühstück ein. Vorher hatte ich mit Timo und Wolf den obligatorischen Board Call. 


Wieder kein Kaffee

Als ich im Restaurant Frühstück bestellen will, ernte ich nur große Augen „Breakfast“. Als ich dazu Kaffee haben will, bekomme ich die bedauernde Antwort, dass es keinen Kaffee gibt. Also gut, dann schwarzen Tee. Nein den gibt es auch nicht. Es gibt nur MILO. Wobei sie wiederum nicht versteht, dass ich kein MILO kenne (es handelt sich dabei um ein äußerst beliebtes, mit Nährstoffen angereichertes Schokoladenmalzgetränk). Kumasi ist im Vergleich zu Accra doch wiederum einige Jahre hintendran. Kaum eine halbe Stunde später bekommen wir unser Frühstück serviert.


Upgrade beim A1 Hospital

Um 10:00 Uhr kommen wir beim A1 Hospital an. Wir treffen den Techniker. Die Anlage mit der All-in-One-Maschine von Fuhrländer bereitet uns von Anfang an Sorgen. Jetzt soll die Steuerungseinheit ausgetauscht werden. Zudem wollen wir die Anlage auf 60 kWp verdoppeln. Der Kunde ist mit der bisherigen Performance der Anlage nicht zufrieden. Es gab bereits mehrere Anläufe, das System zu optimieren. Bisher waren alle erfolglos. Es ist ein schwacher Trost, die Schuld hierfür auf den EPC zu schieben. Unser Interesse ist ein zufriedener Kunde.


Spannung

Danach fahren wir nochmals zur Christian Science University. Robert muss dringend die Breaker auswechseln, was relativ reibungslos funktioniert. Dennoch wird mir teilweise himmelangst. Zwar wird die Anlage vom Netz genommen und auch die Hauptsicherungen getrennt, doch ist immer noch Strom auf den Leitungen vorhanden. Robert misst sicherheitshalber an jeder Stelle selbst nach. Es stellt sich heraus, dass man einfach einen Hebel übersehen hat. Auch this is Africa. Gut, dass unsere Techniker so vorsichtig sind. Länger dauert das Aufspielen einer neuen IT-Lizenz des Encombi. Dies muss mit dem Laptop erfolgen. Aufgrund des langsamen Internets dauert dies ewig.


Ghanaische Cola dank German engineering 

Gegen 2:00 Uhr erreichen wir die Fabrik von Angel Beverages. Der CEO und die Commercial Directors sind nicht anwesend. Wir schaffen es jedoch, mit dem Factory Manager eine ausgiebige Produktionsbesichtigung vorzunehmen. Die Getränkeabfüllung wird komplett mit deutschem Equipment aus deutschem Maschinenbau gesteuert. Die Mitarbeiter sind sehr stolz auf das, was sie leisten. Insgesamt werden bis zu 20.000 Packages mit je 16 Flaschen am Tag abgefüllt und verpackt. Dazu gehört auch Angel Cola. Geschmacklich unseres Erachtens sehr nah an Coca Cola. Optisch sowieso. Die Heater werden alle mit Diesel betrieben, eine Umstellung auf Elektro-Heater hätte immense Vorteile. 



Endlich (sehr guter) Kaffee

Danach kämpfen wir uns wieder durch den immensen Verkehr. Wir haben noch nichts gegessen. Und ich brauche dringend einen Kaffee. Kumasi ist in der Entwicklung deutlich hinter Accra. Coffee Shops sind Fehlanzeige. Deshalb ist die einzige Lösung, ein hochklassiges Hotel anzufahren. Das frühere “Golden Tulip” heißt jetzt “Lancaster” und verfügt über eine perfekte Barista-Maschine. Und der Barista versteht sein Handwerk.



Gegen 18:00 Uhr treffen wir dann Gabrielle von AFREECA im Restaurant “La Casa”. Ein sehr schönes Gartenrestaurant. Habe ich mich bisher über einige Lokale mokiert, so muss ich sagen: Hier funktionieren Service und Küche ausgezeichnet. Auch die Atmosphäre ist wunderschön und Afrika würdig.

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