Reisetagebuch Ghana Februar 2026 5/6
- 2. Apr.
- 4 Min. Lesezeit

EWIA-CEO Ralph Schneider ist derzeit mit Mitarbeiter Jonathan Baumann in Ghana unterwegs. Wie sich ihr Tag gestaltet, wen sie wo wann warum treffen, lest ihr hier.
Tag 13: 21. Februar, Samstag – Rückfahrt nach Accra
Dieses Mal schlafe ich ausgezeichnet. Die Müdigkeit hat mich gestern übermannt. Nach dem Frühstück wollen wir gleich die Fahrt nach Accra starten. Aber auch hier erlebe ich Afrika vom Feinsten. Es dauert bis zum Bezahlen der Rechnung und dem Einsammeln unseres Teams bis kurz nach 10:00 Uhr, bis wir endlich losfahren können.
Aus Kumasi raus kämpfen wir uns mühsam voran. Nana lässt nochmals an einer Tankstelle Öl nachfüllen und den Reifendruck prüfen. Das dauert alles seine Zeit und wir kommen erst gegen 11:00 Uhr von der Tankstelle weg.
Der Verkehr ist auch am Samstag nicht gerade ruhig. Nana leistet sich zudem, wie so oft, wilde Rennen und teilweise noch wildere Überholmanöver. Dennoch kommen wir nur mäßig voran. In Linda Dor kehren wir dieses Mal nicht ein. Ich lasse Nana nur Snacks organisieren. Fish Pie, Frühlingsrollen und etwas zuckersüße Limonade.
Der Gang zur Toilette kostet 2 GHS. Es gibt dafür einen eigenen Ticketschalter mit Kassier. Getrennt für Damen- und Herrentoiletten. Alles picobello sauber, trotz des großen Ansturms.
Die Fahrt bis Accra dauert bis kurz nach 16:00 Uhr. Zwischendurch wird immer wieder die Maschine mal wieder heiß. Nana merkt, dass er sein Tempo drosseln muss und wir sind dann heilfroh, als es in der Hügellandschaft wieder bergab geht.
Noch gibt es Armut auch in Metropolen
Am Abend schaffen wir es nur noch zum Honeysuckle einer Sportsbar nach britischem Pub-Vorbild (der geneigte Leser erinnert sich an die Bar von Tag…) Samstagabend ist in East Legon noch die Hölle los. Erstmals seit langer Zeit werden wir immer wieder von bettelnden Jugendlichen angequatscht. Für East Legon ein ungewöhnliches Bild.
Tag 14: 22. Februar, Sonntag – Accra
Sonntag. Ich schaffe es erst gegen 8;40 Uhr aus dem Bett. In der Nacht war es auch in Accra so heiß, dass ich die Klimaanlage einschalten musste. Heute Morgen dann eine Überraschung. Der Wasserdruck war komplett weg. An Duschen ist nicht zu denken. Stattdessen Katzenwäsche mit nassem Frottiertuch.
Frühstücken im „The Good Baker“. Immer wieder gut besucht und auch wie immer von der Qualität sehr ordentlich. Nach der Rückkehr muss ich mich wieder ein paar Stunden an E-Mails und offene Punkte meiner To-Do-Liste machen.
Erfolgreiche Kampagne
Unsere Kampagne und auch der Wandel der FunderNation-Darlehen in Genussrechte wird gut angenommen.
Am Abend dann schon wieder Packen für Tamale. Morgen um 04:45 geht es zum Flughafen und dann der Inlandsflug um 06.00 Uhr nach Tamale. Abendessen in einem afrikanischen Restaurant, das ich noch nicht kenne. Das Essen – Beef Sauce with Vegetables und Fried Rice – ist ausgezeichnet. Hier werde ich nicht das letzte Mal gewesen sein.
Tag 15: 23. Februar, Montag – Flug nach Tamale
Um 04.00 Uhr aufstehen. Ein Blick auf WhatsApp. Erster Schock. Nana schreibt, er kann nicht mit. Eigentlich sollte er uns um 4:45 Uhr abholen. Jetzt schickt er uns einen befreundeten Fahrer, der soll um 05:00 Uhr da sein. Unser Flieger geht um 06:00 Uhr – Boarding bzw. Gate Closing ist 05:20 Uhr. Hektisches Telefonieren. Ich erwische Nana nicht. Um 05:00 Uhr ist noch kein Fahrer da. Robert unser Ingenieur ist schon am Flughafen. Kurz nach 05:00 Uhr erscheint Maxwell, der Fahrer von Nana. Ob das noch gut geht? 5:16 Uhr, wir erreichen den Flughafen. Mit etwas Mühe checken wir noch ein. Robert muss Sperrgepäck aufgeben. Das dauert. Durch die Sicherheitskontrolle schaffen wir es so 05:40 Uhr. Rekordverdächtig. Auf den letzten Drücker erreichen wir das Flugzeug der „Passion Air“nach Tamale.
Von Tamale in die Welt
Nach 70 Minuten Flug erreichen wir Tamale, die am schnellsten wachsende Stadt Westafrikas. Tamale hat einen neuen “Internationalen Flughafen“. Dennoch muss man vom Flugzeug zu Fuß zum Terminal gehen. Trotz neuem Flughafen, eher Afrika-Feeling.
Jonathan, unser Vertriebsmann, holt uns mit einem Leihwagen ab. Da wir nur zu viert sind, also mehr Platz im Auto.
In der Savanne…
Zunächst nehmen wir im Restaurant „Wooden“ – einem Indisch-libanesischen Restaurant – ein Frühstück ein. Garden Omelett und Kaffee. Wir sind die einzigen Gäste. Tamale ist ganz anders als alle anderen Städte in Ghana. Es ist mehr eine Savannenstadt. Am Morgen war es noch angenehm kühl. Doch dann wurde es schnell heiß. In der Spitze erreichen wir bis zu 38 Grad. Jetzt wo ich das um 21 Uhr schreibe, haben wir immer noch 32 Grad Celsius.

… macht sich das Ende von USAID bemerkbar
Unsere erste Station bringt uns zum Regal Hotel. Regal Hotel war unsere erste PV-Anlage, die wir 2021/2022 errichtet haben. Der Inhaber Mr. Eghala ist jetzt 83 Jahre alt. Er hat aber einen guten Hotelmanager und seiner Tochter die Geschäfte weitgehend übertragen. Nach der Krise 2025 läuft das Jahr 2026 wieder gut an. Ähnliches erfahren wir beim Radach Kongresszentrum. Das Hotel ist die nächsten zwei Monate mit Konferenzen und Hotelzimmern ausgebucht. Radach verfügt über 70 Hotelzimmer.
Der Rückzug von USAID hatte schwere Verwerfungen bei der Auslastung mit sich gebracht. Fast alle NGOs, die auch bei Regal Hotel Kunden sind, hängen am Tropf von USAID. Letztes Jahr ist auch die Radiostation von Radach Hotel ausgebrannt. Diese wird aber gerade wieder hergerichtet. Wir hatten etwas Ärger mit Kabeldiebstählen. Jetzt wurde ein Sicherheitskonzept mit Videoüberwachung und weitern Sicherheitsmaßnahmen erarbeitet.
Eine Gewerkschaft mit eigenem Hostel
Ein Besuch bei GNAT, der Ghana National Association for Teachers, einer Gewerkschaft. Diese hat angeblich 280.000 Mitglieder. Auch betreiben sie ein eigenes Hostel und Büros in Tamale. Die Diskussionen über eine eigene PV- Anlage haben begonnen. Jedoch sind einige Lastmessungen und vor allem lange Preisverhandlungen Programm.
Ramadan in Tamale
Anschließend noch der Besuch bei Zablikani Ltd. Die Firma heißt jetzt Zibabu. Die beiden Partner (Brüder) haben sich getrennt. Nachdem wir ohne Mittagessen ausgekommen sind, gönnen wir uns ein Abendessen im SWAT, einem afrikanischen Restaurant. Gegen 18:30 treffen noch weitere Gäste ein. Erstaunlicherweise alles Weiße. Das Restaurant ist zwar verhältnismäßig günstig, dennoch scheinbar kein Platz für Ghanaer unter der Woche. Allerdings hat letzten Donnerstag auch Ramadan begonnen. Tamale ist im Gegensatz zu den meisten anderen ghanaischen Städten eher muslimisch geprägt.
Gegen 20:00 Uhr erreichen wir dann wieder Aisha Homes, wo wir heute übernachten.



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