Wie EWIA Infrastructure Mittel einsetzt – und Geld verdient
- jonathanbaumann
- 19. Jan.
- 3 Min. Lesezeit

Wie genau verdient EWIAs Tochterfirma EWIA Infrastructure Geld, für wen bauen wir und wer bezahlt das? Solche Fragen und ähnliche haben wir während unserer Roadshow im vergangenen Jahr häufiger gehört. Deshalb wollen wir in einer Reihe von Blogbeiträgen etwas tiefer in die Geschäftsmodelle und operativen Abläufe der einzelnen Bereiche des Unternehmens eingehen.
Im Gegensatz zu unserem C&I- (Commercial and Industrial) und Minigrid-Business läuft das Geschäft bei EWIA Infrastructure vollkommen anders, denn die Gesellschaft ist ausschließlich für das Errichten der Mobilfunkmasten zuständig, nicht aber für die Instandhaltung.
Zunächst stimmt EWIA im Vorfeld mit den Auftraggebern, also Mobilfunkbetreibern wie z. B. Afriwave, Reime Ghana Ltd. oder Rainbow Mobile Networks (mehr dazu auch hier und hier), die Kosten für die Errichtung von Mobilfunkmasten ab. Dabei werden die Komponenten, das technische Equipment, die Stahlkonstruktion, die IT, etc. 1:1 vom Auftraggeber vorgegeben. Das ist insofern praktisch, da wir so nicht viel Zeit für das Sourcing der Komponenten aufwenden müssen und zudem keinerlei Haftung für die Planung übernehmen. Und gut für uns und die Umwelt: In den meisten Fällen wird bei der Errichtung auch noch eine PV-Anlage (ca. 6 kWp) berücksichtigt.
Lokale Wertschöpfung
Während die Komponenten fix sind, muss EWIA die kompletten Civil Works etc. selbst kalkulieren. Insbesondere die Kosten für die Geländeaufbereitung, den Beton und die Bodenarbeiten (Furniereisen), teilweise auch für Umzäunung, Personalkosten, Reisekosten, Logistik, Transport etc. Viele dieser Themen können nur lokal bereitgestellt werden, etwa Zement, Sand, lokale Tagelöhner usw. Und das sollen sie auch, denn so bleibt die gesamte Wertschöpfungskette vor Ort und es entsteht das, was Afrika dringend benötigt: Beschäftigung und Know-how. Auf diese Weise erfüllen wir gleich mehrere UN-Entwicklungsziele (SDGs).
Darüber hinaus werden permanent Schulungs- und Qualifizierungsmaßnahmen umgesetzt – EWIA Infrastructure verfügt über alle erforderlichen Lizenzen. Die Mitarbeiter wurden insbesondere von den Mobilfunkmastbetreibern und den jeweiligen Anbietern im Bereich Health, Safety und Environment ausgebildet und verfügen über alle erforderlichen Sicherheitsunterweisungen und entsprechende Zertifikate.
All das wird vor Ort organisiert und tägliche Löhne, Material vor Ort, Übernachtungen und dergleichen werden immer cash beglichen.
Geld war in Afrika schon vor dem iPhone mobil
Apropos Geld: Wir sind in Afrika tätig und das heißt, dass auch die Bezahlung afrikanisch erfolgt. Und hier kann sich der vermeintlich moderne Westen mal eine Scheibe abschneiden vom afrikanischen Improvisationstalent. Weil viele Afrikaner als “unbankable” galten und noch nie ein Bankkonto hatten, kamen die findigen Gründer von M-PESA (ein von Safaricom and Vodafone initiierter Service) Ende 2005 in Kenia auf die Idee, Mobiltelefone für Geldüberweisungen zu nutzen. Schon im März 2007 – vier Monate bevor das iPhone in den USA in den Handel kam – ließ sich in vielen Ländern Afrikas Geld per SMS transferieren, was dem Kontinent einen massiven Innovationsschub versetzte. Im Zeitalter von Smartphones sieht das alles noch ganz anders aus. Während wir in der Regel lokal eben Cash bezahlen, werden unsere Leistungen elektronisch per Mobile Money beglichen.
Wie wir das Working Capital 3 bis 4 Mal drehen
Aus all diesen Komponenten wird ein Gesamtkostenbudget (BOQ) erstellt und der Auftraggeber erteilt uns eine Purchase Order (PO). Diese beinhaltet die Kosten und eine von uns zuvor festgelegte Marge.
Wir gehen mit den Kosten in Vorleistung, wobei in der Regel bei Erteilung der Purchase Order eine Anzahlung (Mobilisation Fee) von 30% fällig wird. Die Gesamtdauer inklusive Abnahme und Bezahlung soll im Idealfall 90 bis 120 Tage belaufen. Zahlungschritte sind individuell, jedoch sollte nach 90 bis 120 Tage der komplette Einsatz zzgl. einer Marge an uns zurückgeflossen sein.
Entsprechend könnte man idealtypisch das Working Capital 3 bis 4 Mal im Jahr drehen.
Um das mal anschaulich zu machen: Pünktlich zum Jahreswechsel haben 198 Investoren 380.000 Euro in die Infrastructure im Rahmen des “EWIA Infrastructure Batch 1” investiert (siehe hier). Von diesem Betrag werden 300.000 Euro als Working Capital eingesetzt und somit könnten wir – wenn alles optimal läuft – im Jahr rund 1 Million Euro an Investments vorfinanzieren. Im Businessplan haben wir konservativ unterstellt, dass das Kapital nur 2 Mal gedreht werden kann..
Die EWIA Infrastructure wird zwangsläufig wachsenDie Errichtung eines Turmes dauert etwa 30 Tage. Wir haben derzeit bis zu sieben Teams à fünf Arbeitskräfte unter Vertrag, sodass wir theoretisch pro Monat sieben Türme bauen könnten. Perspektivisch wollen wir auf zehn Teams aufstocken. Warum? Weil aufgrund der steigenden Kosten für Netzstrom und Diesel in den nächsten drei bis fünf Jahren allein in Ghana mehr als 6.600 Sendemasten (überwiegend) mit Solarlösungen gebaut oder umgerüstet werden sollen.
Dafür, dass die 2021 in Accra gegründete EWIA Infrastructure nur als Zusatzgeschäft gedacht war, ist das Potenzial also gewaltig. Mit den jüngst zur Verfügung gestellten Darlehensmitteln sollen in den nächsten Jahren ca. 350 bis 400 Vorhaben umgesetzt werden.
Du hast noch Fragen zur EWIA Infrastructure? Dann schreibe uns gerne eine Mail an info@EWIAinvestments.com.



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