Revitalisierung mit Hindernissen (und Happy End)
- jonathanbaumann
- vor 6 Tagen
- 3 Min. Lesezeit

Die Revitalisierung der PV-Anlagen in den vier Dörfern in Kamerun geht voran. Was man als Unternehmer aber jeden Tag aufs Neue erlebt, sind unvorhergesehene Ereignisse. Die Kunst ist, damit umzugehen. Und offen gesagt lernt man in Afrika sehr schnell zu improvisieren.
Unser Auftrag in Kamerun
Derzeit erweitern wir vier Photovoltaikanlagen (jeweils round about 140kW/p) und Elektroinstallationen in vier Gemeinden und gestalten diese effizienter. Es werden bereits insgesamt 1.188 Haushalte mit Strom versorgt, wobei ein Haushalt im Schnitt 5-7 Personen umfasst. Auch Kleingewerbetreibende beziehen Strom aus der Photovoltaikanlage. Die Anzahl der zu versorgenden Haushalte sowie der Stromverbrauch pro Haushalt erhöhen sich kontinuierlich. Dies hat erfreuliche Auswirkungen auf die Einnahmen von SunErgy, da wir hier als klassischer Stromanbieter agieren und jede kWh Mehrverbrauch, auch Mehreinnahmen bedeuten.
Infolge der Modernisierung und Erweiterung werden weitere Haushalte mit Strom versorgt und als Verbraucher erschlossen. Die vier Gemeinden Kotto Up, Kotto Mission, Kotto Nachtigall und Matouke befinden sich in der Region Littoral (zu Deutsch Küste) mit der Hauptstadt Douala, welche mit knapp 2,8 Millionen Einwohnern als das wirtschaftliche Zentrum Kameruns gilt.
Hier ein kurzer Abriss der jüngsten Herausforderungen und wie wir damit umgingen.
EWIAs panafrikanische Struktur erweist sich als Vorteil
In Kotto Up haben wir bereits vier Hybrid-Wechselrichter installiert. Aufgrund der komplexen und verzögerten Liefersituation haben wir diese über den Landweg aus Nigeria nach Kamerun importiert.
Die Beschaffung hat unser Tochterunternehmen EWIA Green Energy Nigeria Ltd. (mehr zu ihr hier) organisiert, auch den Transport bis zur nigerianisch-kamerunischen Grenze. Unsere Tochterfirma SunErgy hat auf dem Landweg von unserem Büro einen Transporter an die Grenze geschickt und die Ware dann übernommen.
Inzwischen wurden in Kotto Up die Wechselrichter installiert und getestet. 320 Haushalte mit rund 1.600 Bewohnern und verschiedenes Kleingewerbe gilt es in Kotto Up zu versorgen. Dabei wurden nur drei der Hybrid-Wechselrichter eingebaut und der vierte im Dorf Matouke installiert. Dies war zwingend notwendig, um zumindest eine Mindestproduktion und -stromversorgung in Matouke sicherzustellen. Ansonsten bestand die Gefahr der Tiefentladung der Batterien in Matouke. Matouke versorgt derzeit 253 Haushalte mit rund 1.650 Bewohnern und verschiedenes Kleingewerbe.
Zwei Dörfer wieder voll versorgt – nach Odyssee der Wechselrichter
Langjährige Netzwerke und Geschäftsbeziehungen zahlen sich aus. Über das Zürcher Büro von MPower konnten wir die Beschaffung weiterer Wechselrichter organisieren. MPower ist in verschiedenen afrikanischen Ländern aktiv und betreibt u.a. in Kamerun eine eigene Gesellschaft samt Lagerhaus. Der CEO von MPower ist Manuel Seife, ein ehemaliger Kollege von EWIA-CEO Ralph Schneider aus der gemeinsamen Zeit bei Yingli Solar. MPower ist überwiegend im Solarbereich tätig (Standardanlagen für Konsumer, die sie in China vorkonfigurieren lassen und Standardgrößen zwischen 1 bis maximal 10 kWp haben). Jedoch konnten wir über deren Logistikstruktur Material beschaffen, dank besagtem Lagerhaus und Vorratshaltung in China. Die Import- und Zolldokumente mussten von SunErgy Kamerun vorbereitet werden.
Vier weitere Wechselrichter wurden bestellt und über Luftfracht mit Zwischenstopp in Kenia geliefert, wobei sich die Lieferung mehrmals verzögerte. Die Wechselrichter steckten in Nairobi fest. Gründe, warum sie nicht nach Kamerun geliefert wurden, waren nicht nachvollziehbar. Nachdem der Transporttermin fünf Mal verschoben wurde, erreichten die Wechselrichter endlich das Zolllager in Kamerun, wo sie innerhalb kürzester Zeit von MPower entnommen und an SunErgy übergeben werden konnten. Die Installation der Wechselrichter ist ebenfalls bereits erfolgt. Folglich haben die Dörfer Kotto Up und Matouke wieder vollumfängliche Energieversorgung.
Die nächsten Schritte
Die weiteren notwendigen Wechselrichter befinden sich im Sourcing. Wir planen, diese zusammen mit dem neuen geplanten Dorf zusammen zu beschaffen. Parallel laufen momentan die Holzarbeiten und Holzbeschaffung auf Hochtouren.
Das alles ist aber erst der Anfang, die Generalprobe sozusagen, denn 82 weitere Dörfer in Kamerun sollen elektrifiziert werden. Wir gehen von Investitionen von ca. 400.000 Euro pro Dorf aus. Bei 82 Dörfern sprechen wir dann von rund 33 Millionen Euro.
Stay tuned!
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