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Treffen sich ein ehemaliger Investmentbanker und eine Klimajournalistin – und kommen zum selben Ergebnis

  • 5. Dez. 2025
  • 3 Min. Lesezeit


“Von Schneider zu Schneider”, so hätte der Titel des Abends auch lauten können, der Ende November EWIA-Investoren anlässlich eines exklusiven Events in München zusammenführte. Mit den beiden Schneiders trafen zwei unterschiedliche Generationen mit durchaus unterschiedlichen Haltungen aufeinander. Nicht immer einer Meinung, aber genau deshalb im Dialog. Was beide Schneiders eint, ist die Sorge ums Klima.


 EWIA wurde in diesem Jahr fünf Jahre alt.  Zeit, diese fünf Jahre zu rekapitulieren und gemeinsam mit Investoren und Wegbegleitern zu feiern, mit Gleichgesinnten, Menschen mit Haltung, die Kapital als Werkzeug für Wirkung sehen. Zu diesem Zweck luden wir unsere Gäste am 27. November ein in die Kater Mikesch Event Location in München. Wir kamen aber nicht allein: Mitgebracht hatten wir eine weitgereiste junge Frau, die sehr viel zum Thema Klimawandel sagen kann.


Vom Ahrtal nach Bélem

Gerade war Louisa Schneider noch auf der Klimakonferenz COP30, die vom 10. bis 21. November im brasilianischen Belém stattfand . Mit dem Klimawandel kennt sie sich aus, seitdem er 2021 brutal in ihr Leben einbrach. 


Als Louisa 21 war, wurde das Ahrtal nur einen Steinwurf von ihr entfernt in der Nacht vom 14. auf den 15. Juli 2021 von einer Jahrhundertflut heimgesucht. Mindestens 135 Menschen starben, die Schäden sind bis heute nicht behoben. Unter diesem Eindruck beschäftigte sie sich für den SWR mit Klima-Thematiken. Im Anschluss besuchte sie für Greenpeace fünf Klima-Kipppunkte weltweit, nämlich den von Brandrodung bedrohten Regenwald von Brasilien, Senegal in der Regenzeit, den Permafrostboden in Kanada, den tauenden Eisschild Grönlands und die ausbleichenden Korallen des Great Barrier Reef in Australien. Sie beschreibt diese Reisen in ihrem Buch “Grad° Jetzt” und auch in – kostenlosen – Live-Auftritten mit Multimedia-Elementen.


Was eine Klimapossibilistin von Solar hält

Wer wäre also besser geeignet, zu vermitteln, dass es mindestens fünf vor Zwölf ist?  Investoren, die mindestens 10.000 € in eine der EWIA-Kampagnen oder -Projekte investiert hatten oder begründen konnten, warum sie dabei sein wollen, räumten wir daher die Möglichkeit ein, Louisa Schneiders Multimedia-Vortrag und dem anschließenden Gespräch “Von Schneider zu Schneider” beizuwohnen. 


Bei den von Louisa besuchten Kipp-Punkten ist der Point of no Return bereits überschritten, diese Ökosysteme können nicht mehr gerettet werden. 40 Zuhörer lauschten der jungen Frau, die auch aus Bélem berichtete und sich ausführlich etwa der verheerenden Situation im Senegal widmete. Hier ist die Klimakrise längst Alltag und ganze Gemeinden verlieren ihre Ernten, weil sich die Regenzeiten verschieben. Und  Menschen leben hier ohne Zugang zu Energie. Trotzdem betrachtet sich Louisa Schneider als „Klimapossibilistin”, zeigt also Chancen auf, wie wir alle gegensteuern können.


Lassen sich Klimagerechtigkeit und faire Geschäftsmodelle zusammendenken?

EWIA-CEO Ralph Schneider hingegen, der in Louisas Alter das Investment-Banking zu seiner Profession machte und von der “Atomstrom? Nein danke”-Bewegung herzlich wenig hielt, entstammt einer anderen Generation – und kommt mittlerweile oft zum selben Ergebnis wie Louisa. Die Geburt seiner Töchter und der Gedanke, unseren Kindern und Enkelkindern eine lebenswerte Welt zu hinterlassen, hat ganz sicher damit zu tun und war der persönliche Kipppunkt des 59-Jährigen. 

 

Von Schneider zu Schneider sprachen wir also über Klimagerechtigkeit, über den Zugang zu Energie in Afrika, über Projekte, die Licht in Krankenhäuser bringen, Chancen in Dörfer schaffen – und gleichzeitig fair verzinsen. Und ein Gespräch ist nicht dann spannend und gewinnbringend, wenn beide Gesprächspartner von vornherein dasselbe denken, sondern dann, wenn es dazu führt, dass beide den Standpunkt des Anderen nachvollziehen können. In den Worten von Louisa: 


“Wir haben Unterschiede – die uns letzten Endes aber auch verbinden – herausgestellt, haben uns gegenseitig herausgefordert, um besser zu werden, es ging um persönliche Kipppunkte und um die Frage, wie wir als Gesellschaft Kapital endlich als Werkzeug für internationalen Zusammenhalt und Unterstützung nutzen können.


Dieser Abend hat mir gezeigt: Vielleicht muss Klimagerechtigkeit nicht nur ein Ideal in einem grundlegend anderen Wirtschaftssystem sein, sondern kann schon heute ein faires Geschäftsmodell der Zukunft sein.”


Klug eingesetztes Kapital kann Chancen eröffnen

Denn ja, an diesem Abend ging es nicht um Rendite oder Verantwortung, sondern um die Kraft, beides zu verbinden. Kapital kann Verantwortung tragen und echte Veränderung bewirken – wenn Menschen bereit sind, über Trends hinauszugehen und wirklich etwas zu bewegen. Es geht darum, Zugang zu ermöglichen und damit grundlegend andere Geschäftsmodelle für eine gesündere, gerechtere und sicherere Zukunft.


Wir möchten uns an dieser Stelle nochmals bei all unseren Gästen und Louisa Schneider für den tollen Abend bedanken, der uns einerseits aufzeigte, dass wir in den vergangenen fünf Jahren ein stark wachsendes Unternehmen aufbauten, das expandiert und sich diversifiziert. Andererseits verdeutlichte uns Louisas Vortrag, dass noch sehr viel zu tun ist. Packen wir es an! 



 
 
 

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