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Reisetagebuch Ghana Februar 2026

  • vor 2 Stunden
  • 4 Min. Lesezeit


EWIA-CEO Ralph Schneider ist derzeit mit Jonathan Baumann, dem Assistenten der Geschäftsführung, in Ghana unterwegs. Wie sich ihr Tag gestaltet, wen sie wo wann warum treffen, lest ihr hier. 


Tag 5: 13. Februar, Freitag 

Bisher hatten wir noch wenig Vororttermine. Für nächste Woche ist nun ein Trip nach Kumasi geplant. Dieser soll am Donnerstag und Freitag stattfinden. Also 2 Tage on the road, Kundenbesuche und Übernachtung in der Hauptstadt der Ashanti-Region.

Unsere Haushälterin Naomi überrascht uns immer wieder mit kreativen Essenkombinationen. Jonathan leidet mittlerweile unter dem scharfen Essen. Heute Abend steht der Deutsche Stammtisch in Cantonments an, dem vermeintlich luxuriösesten und teuersten Vorort in Accra, gelegen im La Dade Kotopon Municipal District. Es werden zahlreiche Vertreter von Stiftungen und auch von Bundeseinrichtungen sowie der Bundeswehr anwesend sein.


Tag 6: 14. Februar, Samstag

Samstag in Accra. Eine Stunde länger schlafen. Ich habe es mir mittlerweile abgewöhnt, ständig die Klimaanlage am Laufen zu haben. Irgendwann in der Nacht werde ich dann wach und friere. Deshalb kühle ich mein Zimmer, bevor ich zu Bett gehe, für etwa 2 Std. herunter und lasse nur den Ventilator laufen. Was momentan auffällt, ist immer der unterschiedliche Wasserdruck. Am Abend oder in der Nacht ist kein Wasserdruck mehr vorhanden. Das bedeutet, dass es aus dem Wasserhahn und in die Klospülung nur noch tröpfelt. Wenn ich um 08:00 Uhr duschen will, ist das Wasser glücklicherweise wieder zurück.


Heute müssen wir uns um unser Frühstück selber kümmern. Beim Verlassen des Restaurants “Quattro” bin ich am Donnerstag  (Tag 3) auf ein neues Café aufmerksam geworden, das “Claire”. Für uns eine gute Gelegenheit, es heute zum Frühstücken einmal auszuprobieren.


Ich kenne in Accra viele Cafés, dieses ist jedoch anders. Es ist an ein Kaffeehaus in Europa angelehnt. Großzügige und hohe Räume, adrette Bedienungen und eine außergewöhnlich umfassende Karte. Wie üblich erkundige ich mich nach dem Background des Cafés, das  erst im März letzten Jahres eröffnet wurde und ghanaisch geführt wird (also nicht libanesisch, wie so oft). Der Service ist exzellent, was in Ghana eine absolute Rarität ist. Aufmerksam, kompetent, nichts wird vergessen und noch dazu flott umgesetzt. Heute ist Valentinstag und entsprechend wurde überall geschmückt und man wird von weißen und roten Luftballons erschlagen. Fast alle Tische sind reserviert. Wir sind für ghanaische Verhältnisse sehr früh dran, jedoch strömen kurze Zeit darauf etliche Gäste, teilweise in Gruppen von 10 und mehr Menschen, in das Lokal. Der Eigentümer bedankt sich beim Verlassen überschwänglich bei uns und möchte uns bald wieder sehen. Ich denke, das Trinkgeld hat dazu beigetragen.


Den Tag lassen wir sehr entspannt verstreichen. Ich arbeite heute nur etwa drei Stunden Jonathan besorgt uns Shawarma. Ich wusste gar nicht, dass dies in Ghana angeboten wird und zu meiner Schande habe ich es auch nur selten gegessen.


This is real Africa

Abends fahren wir nach Osu, dem Ausgehviertel von Accra. Ich wage es, mit dem Auto bis mitten hinein zu fahren. Ich wollte mit Jonathan einmal richtig traditionell Ghanaisch essen. Wir entdecken ein Straßenrestaurant, Tische und Plastikstühle stehen auf dem Bürgersteig. Ein Tilapia-Grill, der um die Ecke betrieben wird. Dazu wird als Beilage Banku angeboten. Getränke werden von fliegenden Händlern gebracht. This is real Africa. Die Tische sind voll belegt. Wir sind die beiden einzigen Weißen.  Der Tilapia ist frisch und knusprig gebraten. Allerdings in einer extremen Spicy Green Pepper Sauce eingerieben und dazu gibt es noch eine große Extraportion der Sauce. Dazu Tomatensalat mit scharfen Zwiebeln. Jonathan ist mutig und probiert das Banku. Dieses kostet übrigens 5 GHS extra. Beim Banku handelt es um eine Art fermentierter Knödel, der in einem Plastikbeutel in kochendem Wasser zubereitet wird.  Der Knödel wird aus gesäuertem Maismehl und Maniokmehl hergestellt. Ich kenne es und habe es deshalb eher bleiben lassen. Ist nicht mein Geschmack, aber in Ghana gilt es als Spezialität. Gegessen wird mit den Fingern, sowohl der Fisch als auch das Banku. Deshalb wird eine Schüssel mit Wasser und Spülmittel dazu gereicht. Ständig werden wir von fliegenden Händlern angesprochen.


Eine weitere Besonderheit in Ghana sind die Eierverkäuferinnen. Auf dem Kopf werden gekochte Eier umhergetragen und von Frauen angeboten. Ein Ei kostet 4 GHS. Dieses wird dann vor den Augen des Käufers aufgeschnitten. Die Verkäuferin bestreicht es mit einer selbstgemachten Chilisauce, klappt es wieder zusammen und reicht es an den Käufer weiter. Jonathan musste es ausprobieren. Ich bin schon lange in Ghana, aber habe eine gewisse Skepsis. In Social Media feiern sie diesen Snack.


Wir ziehen dann noch weiter ins „Republic“, eine ghanaische Open Air Bar. Hier pulsiert das Leben. Die Bar nimmt mehr oder weniger die halbe Straße in Beschlag. Überall werden Tonnen als Tische aufgestellt. Je nach Besucheraufkommen werden immer mehr Stühle und Tische auf die Straße gestellt. Die Straße wird zudem mit grünem Teppich, der eher ein Plastikrasen ist, ausgelegt. Gespielt wird Hip Hop. Das Lokal huldigt in Bildern diversen Revolutionsführern von Che Guevara, Fidel Castro bis zu den eher zweifelhaften afrikanischen Rebellen. Das Wetter ist heiß und schwül, die Musik ziemlich groovig, die Menschen gut gelaunt, der Mojito stark. Die Mädels, die auf der Straße entlang promenieren, lassen keinen Zweifel entstehen, dass sie auch finanziellen Offerten durchaus aufgeschlossen wären.


Tag 7: 15. Februar, Sonntag – Accra

​​Der Tag hielt noch zwei Überraschungen für mich bereit. Nana hat mir gestern mitgeteilt, dass er EWIA wahrscheinlich verlassen wird. Ein anderes Unternehmen hat ihm ein unmoralisches Angebot gemacht. Das hat mich bis ins Mark getroffen. Wie lange sind wir beide bereits einen gemeinsamen Weg gegangen, zehn Jahre, elf Jahre?


Veränderungen

Ich traf Susann und Peter beim Deutschen Stammtisch im Restaurant „Rockefellas" im Stadtteil Accra- Cantonments. Peter war lange Zeit ein Kollege von Timo in Takoradi, als sie noch im Bereich Strukturierung von Banken tätig waren. Peter hat mir mitgeteilt, dass Phillippe, der Betreiber der Fanta Lodge, tatsächlich verkauft und das Land verlassen hat. Philippe war ein Urgestein. Ich hatte bereits 3-mal dort übernachtet und Tage am Meer verbracht. Einmal sogar mit meiner Frau Karin. Philippe hatte seit mehreren Jahren davon geredet, dass er verkaufen und das Land verlassen wollte. Über mehrere Jahre ist er gescheitert, an seinen Preisvorstellungen oder schlichtweg an den Umständen. Jetzt geht eine Ära zu Ende. Das Leben ist Veränderung.


Mal sehen, was der morgige Tag bringt!


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