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Compact with Africa-Gipfel: Startschuss für intensivere




Zusammenarbeit zwischen Afrika und Deutschland

Die G20-Initiative "Compact with Africa" (CwA) zielt darauf ab, die Beziehungen zwischen reichen Industriestaaten und aufstrebenden Staaten in Afrika auszubauen. Zu diesem Zweck kamen am Montag in Berlin politische und wirtschaftliche Schwergewichte zusammen. In der Folge will Deutschland bis 2030 vier Milliarden Euro in grüne Energie auf dem Nachbarkontinent investieren. Private Investitionen werden als Schlüssel für die Entwicklung progressiver Staaten angesehen. EWIA-CEO Ralph Schneider schildert, wie er das Gipfeltreffen erlebt hat. 

Berlin wimmelte am Montag von Staatslenkern. Bundeskanzler Olaf Scholz empfing Präsidenten und Ministerpräsidenten aus gut einem Dutzend afrikanischen Staaten, außerdem den Präsidenten der Afrikanischen Union, den Gesandten des Präsidenten der African Development Bank. Seitens der G20 und EU gaben sich EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen, EU-Ratspräsident Charles Michel, Frankreichs Präsident Emanuel Macron und der Regierungschef der Niederlande, Mark Rutte, die Ehre, außerdem Bundeswirtschaftsminsiter Robert Habeck und Bundesentwicklungshilfeministerin Svenja Schulze.

Im Berliner Marriott Hotel kamen insgesamt mehr als 700 Gäste beim nunmehr vierten G20 Investment Summit - German Business and the CwA Countries zusammen, der von der Subsahara-Afrika Initiative der Deutschen Wirtschaft (SAFRI) ausgerichtet wurde. SAFRI wird partnerschaftlich getragen von der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK), dem Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI), dem Bundesverband Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA) und dem Afrika-Verein der Deutschen Wirtschaft.

 

Charity ist vorbei, die deutsche Wirtschaft soll und will in Afrika investieren. 

Insbesondere eine Zusage von Bundeskanzler Olaf Scholz im Anschluss im Kanzleramt sorgte international für Schlagzeilen. Flankiert vom Vorsitzenden der Afrikanischen Union (AU), Azali Assoumani, und dem Vorsitzenden der AU-Kommission, Moussa Faki Mahamat, gelobte er, bis 2030 vier Milliarden Euro in grüne Energie in Afrika zu investieren, vor allem in grünen Wasserstoff. Deutschland möchte das auch tun, um bis 2045 klimaneutral zu werden. Wichtig sei aber zudem, “dass alle Afrikanerinnen und Afrikaner Zugang zu nachhaltiger und bezahlbarer Energie haben”, verlautbarte die Bundesregierung.

 

Die Botschaft, die von diesem Gipfel gesendet wurde, lautet: Es geht im Zusammenhang mit den afrikanischen Staaten nicht mehr um Charity oder Entwicklungshilfe, sondern um Investments. Die Afrikaner wollen keine Spenden, betonte der nigerianische Präsident. Das sieht der Bundeskanzler ähnlich: “Das enorme wirtschaftliche Potenzial wird sich nur durch große private Investitionen heben lassen”, so Scholz.

Bundesregierung will Risiken hedgen 

Bundeskanzler Scholz betonte, dass sich Reformen auszahlen, denn jene derzeit 13 CwA-Staaten seien in den letzten Jahren doppelt so stark gewachsen wie die anderen afrikanischen Staaten. Er sieht ein erhebliches Potenzial an erneuerbaren Energien auf dem Kontinent, jedoch ist eine nachhaltige Energieversorgung eine der zentralen Herausforderungen angesichts von 1,3 Milliarden im Durchschnitt sehr jungen Menschen.

 

Doch was genau möchte Deutschland in den CwA-Staaten fördern? Drei Dinge vor allem laut Bundesregierung: 

“Privatinvestitionen werden durch günstige Garantie-Konditionen erleichtert. Damit treibt die Bundesregierung die Diversifizierung, also die Verbreiterung der Wirtschaftsbeziehungen voran, um für Krisen besser gewappnet zu sein. 

Die Länder Afrikas sollen stärker von ihrem Rohstoffreichtum profitieren und den ersten Schritt der Verarbeitung der Rohstoffe vor Ort vornehmen. Das schafft dort Arbeitsplätze und Wohlstand. Zugleich gewinnt die deutsche Industrie verlässliche Lieferanten. Die Bundesregierung arbeitet hier an konkreten Förderinstrumenten.Zudem ist vorgesehen, die Förderung von Start-ups in Compact-Ländern auszuweiten, insbesondere für solche, die von Frauen geführt werden.”    

Die Garantiekonditionen sind ein wichtiges Instrument, denn wie es in der SZ heißt: “Auch gibt es Risiken bei Wechselkursen und Handelsregeln. Deswegen will die Bundesregierung Mechanismen zur Absicherung von Investitionen stärken und ausbauen, etwa gemeinsam mit der Weltbank.”

 

Auf dem Panel und hinter den KulissenNeben den Panel-Diskussionen mit Wirtschaftschaftgrößen und Staatslenkern wie Bola Ahmed Adekunle Tinubu, (Präsident Nigeria), Alassane Ouattara (Präsident Elfenbeinküste), Macky Sall, (Präsident Senegal),  Jean Michel Sama Lukonde Kyenge (Premierminister Demokratische Republik Kongo), Nana Addo Dankwa Akufo-Addo (Präsident Ghana), Faure Gnassingbé (Präsident Togo) und Hakainde Hichilema (Präsident Sambia) bestimmten exklusive Side-Events den Gipfel. 

 

Die Friedrich-Ebert-Stiftung etwa lud zum Thema Wasserstoff und erneuerbare Energien, andere Delegationen trafen sich mit ihren Gesprächspartnern in den Hotels, in denen sie untergebracht waren. EWIA-CEO Ralph Schneider traf sich mit den Delegationen der beiden stärksten Volkswirtschaften in West- und Ostafrika, die beide reges Interesse zeigten, etwas mit EWIA auf die Beine zu stellen. EWIA-Partner trafen sich noch mit dem nigerianischen Energieminister, ein Get-Together mit dem kongolesischen Premierminister scheiterte am Terminkalender. 

 

Fazit des GipfelsDer Gipfel war ein Paukenschlag und eine Zäsur. Das neue afrikanische Selbstbewusstsein zeigte sich. Nicht nur dass Staaten wie Russland und China die Region heftig umwerben, auch nimmt die Kaufkraft der Konsumenten zu, denn der Mittelstand hat sich in einigen Ländern teilweise verdreifacht. Ausgeprägt scheint jedoch die Überzeugung, viele Herausforderungen nur gemeinsam lösen zu können. 

In Berlin begann etwas. Folgerichtig drängte die Afrikanische Union auch darauf, einen Compact mit ganz Afrika zu erreichen

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